Bühne

Ken und der Präsident Foto
Ken und der Präsident

Ken sitzt im Gefängnis. Während er auf seine Hinrichtung wartet, blickt er zurück auf den Kampf gegen die rücksichtslose Vernichtung seines Volkes. Eigentlich sind seine Leute, die Ogoni, reich, denn tief unter ihnen verbirgt sich Öl. Doch multinationale Konzerne fördern das Öl und vernichten dabei die Lebensgrundlagen der Ogoni. Die Gewinne fließen nicht in die Staatskasse, sondern in die Taschen des Präsidenten und der Minister. Ken unterstützt sein Volk nach allen Kräften im Kampf gegen Umweltzerstörung und Korruption, doch im Kontakt mit dem Präsidenten gerät Ken zwischen die Fronten...

Das Ein-Personen-Stück "Ken und der Präsident" erinnert an die Hinrichtung des Schriftstellers, Bürgerrechtlers und Umweltscützers Ken Saro-Wiwa in Nigeria 1995. Jubril Sulaimon ist zugleich Autor und einziger Darsteller. In seinem eindrücklichen Solostück verkörpert er die Figur des Ken wie auch des Präsidenten. Pointiert läßt er innere Verstrickungen und Mechanismen der Macht auf der Bühne zutage treten. In Zeiten des globalen Ringens um die letzten Erdölreserven will der Nigerianer Jubril Sulaimon das Bewußtsein schärfen für aktuelle Menschenrechtsverletzungen weltweit.

Das Stück wird in deutscher und englischer Sprache gespielt. Im Anschluß an die Vorstellung wird ein Publikumsgespräch angeboten.

Die Winterreise - Ein Afrikaner in Deutschland

Liederzyklus von Franz Schubert nach Texten von Wilhelm Müller
Eine Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtheater Dortmund

Der nigerianische Schauspieler und Musiker Jubril Sulaimon interpretiert und spielt den berühmten romantischen Liederzyklus von Franz Schubert. Mit diesem Zyklus gelang Schubert eine Darstellung existentiellen menschlichen Schmerzes von fast mythischer Größe. Im Verlauf des 24 Lieder umfassenden Zyklus wird der Zuschauer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einer unerwiderten Liebe, Sicherheit und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die erstarrte Winterlandschaft. Diese wird gleichsam zum Abbild seiner Seele. Heimatlos wandert er von Ort zu Ort durch eine immer bedrohlicher werdende Umwelt.

Fremdheit, Sehnsucht nach menschlicher Zuwendung, ein tiefes Gefühl der Verlassenheit sind die Themen um die dieser Zyklus kreist. Jubril Sulaimon deutet dieses Meisterwerk der deutschen Romantik aus der Sicht eines Afrikaners. Die Musik Schuberts wird mit der Rhythmik afrikanischer Musik konfrontiert. Aus der Reibung entsteht ein neuer Blick auf dieses bekannte Werk. Die Regie findet in einem einfachen, offenen Raum Bilder für die Seelenzustände des einsamen Wanderers.

"KJT-Chef, Andreas Gruhn, der hier selbst Regie führt, steuert einige schöne Regieeinfälle bei: Das Irrlicht im gleichnamigen Lied wird durch eine hin- und herschwingende Glühbirne dargestellt, die Krähe vom schwarzen Pullover des Schauspielers, der ihn ausgezogen hat und nun so bewegt, als sei er ein Vogel. " (Ruhr Nachrichten)
"Ein gut gemeintes, mutiges Experiment" (Westfälische Rundschau) Gefördert von "Dortmunder für ihr Schauspiel"

Regie/Ausstattung: Andreas Gruhn; Pianistin: Alexandra Goloubitskaia; Es spielt: Jubril Sulaimon

Max und Moritz ... and friends!

Deutsches Kulturgut - remixed: Max und Moritz sprechen türkisch, die Witwe Bolte erzählt das leidvolle Ende ihrer geliebten Hühner im Sambatakt und Lehrer Lämpels Tod wird von amerikanischen CSI-Leuten untersucht.

Das internationale Ensemble spielt eine eigene und sehr aktuelle Version der bekannten Geschichten: ideal für ein kulturell gemischtes Publikum und auch für die jüngeren Zuschauer. Die Texte werden lebendig interpretiert und kommentiert und bekommen so einen aktuellen Bezug zu unserer vielfältigen Lebenswirklichkeit.

"Der Text Buschs wird gesungen, gerappt und in babylonischer Vielsprachigkeit übersetzt. Mit großer Spielfreude und dem zur Vorlage passenden Hang zur kindlichen Überzeichnung tanzen, albern und parodieren die Schauspieler durch die sieben Streiche." (Ruhr Nachrichten)
"Aus Lesung wurden Lieder, aus Liedern eine Show, aus der Show ein Riesenspaß." (Westfälische Rundschau)

Mit: Jubril Sulaimon, Jane Thome, Ilhan Atasoy
Musik: Ralf Bornowski
Bühnenbild: Mathias Schubert
Regie: Barbara Müller
Spieldauer: 60 Minuten
Geeignet für Zuschauer ab 6 Jahren


Alawiye der Geschichtenerzähler

Wenn Alawiye seine afrikanischen Geschichten erzählt, eröffnet sich für seine Zuhörer eine neue Welt, in der märchenhafte Wesen lebendig werden. Die Bühne wackelt, auf seinem Kopf tanzt der Erzähltopf und die Hände schlagen die Trommel. Alawiye ist ein Freude versprühendes Temperamentsbündel, das mit seinen Geschichten und Liedern begeistert und zum Nachdenken anregt. Wenn es mal knifflige Aufgaben zu lösen gilt, bittet er auch mal seine kleinen und großen Zuhörer um Hilfe.

Alawiyes Erzählprogramm besteht aus zahlreichen traditionellen und modernen Geschichten aus Afrika für unterschiedliche Altersgruppen und Anlässe:

Der Löwenfinger
Die Geschichte über die Mulden und Hügel auf unserem Rücken.
Das Mädchen Kwekwekwekwe kommt wegen der Suche nach schönen Blumen vom Weg ab und gerät in die Fänge wilder Tiere. Vielleicht kann ihr bezaubernder Gesang helfen?

Affenkomödie
Eine tragikomische Geschichte über unsere Vorfahren.
Warum sehen die Affen so aus wie halbe Menschen? Vielleicht ist etwas schief gegangen? Wenn das stimmt, dann ist es nicht lustig.

Die Königskinder von Mudunmudun
Die sagenhafte Geschichte über den gerechten König von Mudunmudun.
Ein alter König hatte drei Söhne, die alle gleich alt waren und gleich aussahen. Aber der König hatte nur eine Krone. Welcher Sohn soll sein Nachfolger werden?

Obatala oder wenn ein Gott zu viel trinkt
Eine Geschichte über die Erschaffung des Menschen.
Obatala, der Gott der Schöpfung, langweilt sich. Er weiß einfach nicht, was er noch erschaffen könnte. Einzig der Genuss von süßem Palmwein bringt ihm eine merkwürdige Idee.

Adler und Forelle
Die Geschichte über zwei gute Freunde, die unglücklicherweise unterschiedliche Wege gehen müssen.

Ise und Aso
Ise, der Arme, heiratet Aso, die Meckertante. Im Nu befindet sich das ganze Haus zwischen Himmel und Hölle.

Der Duft aus der Schlossküche
Wer weiß, wie man einen Mann bestrafen soll, der Duft aus der Schlossküche klaut?

Die Reise des alten Mannes
Eine einmalige lange Reise wünscht sich der alte Mann und zwar mit seinem Enkel und seinem Esel. Doch schon nach einigen Kilometern tritt ihnen Eda in den Weg und wirft große Zweifel an der Fortsetzung der Reise auf.